Die Website ist da — nur findet sie niemand.

Ein Suchbefehl klärt in zehn Sekunden, ob es ein technisches Problem ist oder ein inhaltliches. Danach wird es einfacher.

„Wir haben eine Website, aber es kommt nichts.“ Dahinter stecken meistens zwei sehr verschiedene Probleme, und es lohnt sich, sie zuerst auseinanderzuhalten: Entweder taucht die Seite in der Suche gar nicht auf, oder sie taucht auf und niemand klickt oder fragt an.

Der erste Fall ist technisch und lässt sich prüfen. Der zweite ist inhaltlich und dauert länger.

Zuerst prüfen: kennt Google die Seite überhaupt?

Tippen Sie in die Google-Suche ein: site:ihre-domain.de

Was dann erscheint, beantwortet die entscheidende Frage:

  • Gar kein Treffer. Die Seite ist nicht im Index. Das ist ein technisches Problem, und es ist lösbar — weiter unten.
  • Nur die Startseite. Die Unterseiten sind nicht erfasst, meist weil sie nirgends verlinkt sind oder die Seite komplett erst im Browser aufgebaut wird.
  • Alles da. Dann ist es kein Auffindbarkeitsproblem, sondern eine Frage der Platzierung und der Inhalte.
Die eigene Firma zu googeln beweist wenig

Google kennt Ihren Standort und Ihre bisherigen Klicks und zeigt Ihnen Ihre eigene Seite deshalb weiter oben, als sie für andere steht. Wer wissen will, wo er wirklich steht, nimmt ein fremdes Gerät ohne Anmeldung — oder besser gleich die Search Console, die es schwarz auf weiß sagt.

Wenn die Seite gar nicht im Index ist

Dafür gibt es eine überschaubare Zahl von Ursachen, und zwei davon sind unangenehm häufig:

  • Die Seite ist noch auf „nicht indexieren“ gestellt. Fast jedes Baukastensystem und jedes Redaktionssystem hat einen Schalter, der Suchmaschinen aussperrt — gedacht für die Bauphase. Wird er zum Start vergessen, bleibt die Seite unsichtbar. Das ist die häufigste Einzelursache überhaupt, und sie ist in dreißig Sekunden behoben.
  • Die Seite ist zu neu. Eine frische Domain braucht Wochen, bis sie erfasst und eingeordnet ist. Ungeduld hilft nicht, aber eine Anmeldung in der Search Console beschleunigt es.
  • Es gibt keinen einzigen Verweis von außen. Suchmaschinen finden Seiten über Links. Eine Seite, auf die niemand verlinkt und die nirgends eingetragen ist, wird spät entdeckt.
  • Die Inhalte stehen nicht im Quelltext. Bei manchen modernen Baukästen wird der Text erst im Browser zusammengesetzt. Das kommt vor allem dort vor, wo es hübsch aussehen soll.

Der erste sinnvolle Schritt: Search Console

Die Google Search Console ist kostenlos und das einzige Werkzeug, das Ihnen sagt, was Google über Ihre Seite denkt — statt was Sie vermuten. Sie zeigt, welche Seiten erfasst sind, welche Suchbegriffe Ihnen tatsächlich Besucher bringen, auf welchen Positionen Sie stehen und wo technische Fehler klemmen.

Eingerichtet wird sie durch einen Nachweis, dass Ihnen die Domain gehört — meist über einen TXT-Eintrag im DNS, siehe DNS-Einträge verstehen. Danach reichen Sie Ihre Sitemap ein, und die ersten Daten kommen nach ein paar Tagen. Wie das im Einzelnen geht und wie Sie die Berichte lesen, steht in Search Console einrichten.

Dieser eine Schritt bringt mehr als jedes bezahlte Analysewerkzeug, weil er Ihnen die echten Suchanfragen zeigt. Die weichen fast immer davon ab, was man selbst für die wichtigen Begriffe gehalten hat.

Wenn die Seite gefunden wird, aber nichts passiert

Dann ist die Frage nicht mehr Technik, sondern ob Ihre Seite die Frage beantwortet, die jemand gestellt hat. Die häufigsten Gründe, in der Reihenfolge, in der sie mir begegnen:

  • Sie werden für die falschen Begriffe gefunden. Wer nach „Heizung Notdienst Frankfurt“ sucht, will nicht Ihre Unternehmensgeschichte. Wenn Ihre Seite nur Ihr Unternehmen beschreibt und nicht die Probleme, die Sie lösen, passt sie auf keine Suche.
  • Es gibt keinen einfachen Weg zur Anfrage. Telefonnummer nicht klickbar, Formular am Ende einer langen Seite, kein Hinweis, was als Nächstes passiert.
  • Die Seite lädt zu langsam oder ist am Telefon unbequem. Der größte Teil der Besucher kommt heute mobil. Wie Sie das messen: Ladezeit messen und verbessern.
  • Es fehlt der Anlass zu glauben, dass Sie es können. Keine Bilder echter Arbeit, keine Angaben dazu, wer dahintersteht.

Für örtliche Betriebe: die Suche ist nicht der größte Hebel

Wenn Ihre Kunden aus der Umgebung kommen, entscheidet oft nicht die klassische Trefferliste, sondern der Kasten mit der Karte darüber. Der speist sich aus dem Google-Unternehmensprofil, nicht aus Ihrer Website — siehe Google-Unternehmensprofil einrichten.

Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein Ladengeschäft ist ein vollständig gepflegtes Profil in aller Regel der schnellste Weg zu mehr Anfragen — schneller als jede Maßnahme an der Website selbst. Die Website bleibt trotzdem nötig: Sie ist das, was Leute ansehen, bevor sie anrufen.

Vorsicht bei Anrufen mit Platzversprechen

Wer Ihnen am Telefon „Platz 1 bei Google“ verspricht, verkauft etwas, das er nicht liefern kann — Platzierungen lassen sich nicht kaufen und nicht garantieren. Dasselbe gilt für angebliche Warnungen, Ihr Eintrag laufe ab: Der Eintrag im Google-Unternehmensprofil kostet nichts und läuft nicht ab.

Stand: 2026-09-22. Die Angaben habe ich zu diesem Zeitpunkt anhand der Dokumentation der jeweiligen Hersteller geprüft. Anbieter ändern Adressen, Bezeichnungen und Menüwege ohne Ankündigung; prüfen Sie im Zweifel die Angaben Ihres Anbieters. Wer an fremden Systemen arbeitet, braucht die Erlaubnis des Betreibers.

Nicht weitergekommen?

Dann übernehme ich das.

Wenn Sie wissen wollen, woran es bei Ihnen hängt, sehe ich mir Ihren Auftritt an und sage Ihnen ehrlich, was zuerst drankommt. Schreiben Sie mir in ein paar Sätzen, worum es geht — ich melde mich mit einer ehrlichen Einschätzung.