Wie Social Media für kleine Unternehmen wirklich funktioniert
Die meisten Ratgeber zu diesem Thema sind für Marken geschrieben, die eine Marketingabteilung haben. Für einen Handwerksbetrieb, eine Praxis oder ein Restaurant in Frankfurt gelten andere Regeln, weil Zeit die knappste Ressource ist. Vier davon sind aus meiner Sicht entscheidend.
Ein Kanal, der lebt, schlägt vier, die schlafen
Die häufigste Situation, die ich vorfinde: ein Instagram-Profil mit elf Beiträgen aus dem Jahr davor, eine Facebook-Seite mit falschen Öffnungszeiten und ein LinkedIn-Profil, das nie fertig wurde. Das wirkt schlechter als gar kein Auftritt, weil es den Eindruck erweckt, es gebe den Betrieb vielleicht nicht mehr. Wir suchen deshalb zuerst den einen Kanal aus, auf dem Ihre Kunden wirklich sind, und lassen den Rest ruhen oder löschen ihn.
Regelmäßig schlägt oft
Ein fester Rhythmus, den Sie über Monate halten, wirkt mehr als eine Woche mit täglichen Beiträgen und danach Stille. Wenn einmal in der Woche realistisch ist, planen wir einmal in der Woche. Lieber ein Plan, der stimmt, als einer, der beim ersten vollen Terminkalender zusammenbricht.
Echt schlägt hochglanz
Auf Social Media gewinnen selten die Katalogbilder. Ein Foto von der Baustelle, ein kurzer Clip aus der Werkstatt, ein Vorher-Nachher aus der Praxis: Das ist das Material, das Menschen ansehen, weil es zeigt, dass hinter dem Unternehmen jemand arbeitet. Wie Sie solches Material nebenbei mit dem Smartphone sammeln, zeige ich Ihnen; das dauert eine halbe Stunde und spart danach jeden Monat Geld.
Das Google-Unternehmensprofil ist oft wichtiger als Instagram
Für lokal tätige Betriebe ist der unscheinbarste Kanal meist der wirksamste: das kostenlose Google-Unternehmensprofil, das in der Suche und in Google Maps direkt neben der Karte erscheint. Wer in Frankfurt nach einer Leistung in seiner Nähe sucht, sieht diese Einträge vor allen normalen Suchergebnissen. Ein gepflegtes Profil mit richtigen Öffnungszeiten, aktuellen Fotos und beantworteten Bewertungen bringt häufig mehr Anrufe als jedes soziale Netzwerk. Deshalb fange ich dort an.
Wann ich Ihnen von Social Media abrate
Wenn Ihre Kunden aktiv nach Ihrer Leistung suchen, statt sich inspirieren zu lassen, dann sind eine gute Website und Anzeigen bei Google der schnellere Weg zu Anfragen. Social Media ist dann trotzdem sinnvoll, aber als zweiter Schritt, nicht als erster. Ich sage Ihnen im Erstgespräch offen, in welcher der beiden Situationen Sie sind, auch wenn die ehrliche Antwort heißt, dass Sie mich dafür gerade nicht brauchen.