Der neue Rechner steht da, und jetzt soll alles rüber. „Alles“ heißt dabei mehr, als die meisten im Kopf haben: Dateien sind der einfache Teil. Was Ärger macht, sind E-Mails, Lizenzen, Zugänge und die kleinen Einstellungen, die man vor Jahren einmal vorgenommen und seitdem vergessen hat.
Mit einer Liste dauert der Umzug einen Nachmittag. Ohne Liste zieht er sich über Wochen, weil immer wieder etwas fehlt — und der alte Rechner steht so lange im Weg.
Die Regel, die alles entspannt
Den alten Rechner erst löschen oder weggeben, wenn der neue mehrere Wochen im Alltag gelaufen ist. Nicht nach dem Umzug, nicht nach dem ersten Test — nach ein paar Wochen echter Arbeit. Erst dann zeigt sich, was fehlt: das Programm, das nur zum Quartalsende gebraucht wird, der Zugang zum Portal des Lieferanten, die Vorlage für die Angebote.
Was auf die Liste gehört
Gehen Sie das einmal in Ruhe durch, bevor Sie anfangen:
- Eigene Dateien — Dokumente, Bilder, Downloads, Desktop. Und die Ordner, die jemand einmal woanders angelegt hat, etwa direkt auf
D:. - E-Mails, Kontakte, Kalender. Bei einem IMAP- oder Exchange-Konto liegt alles auf dem Server und ist nach dem Einrichten von selbst da. Bei POP3 liegt es nur auf dem alten Rechner — siehe IMAP oder POP3. Das ist der Punkt, an dem beim Umzug am häufigsten Daten verloren gehen.
- Browser: Lesezeichen, gespeicherte Kennwörter, offene Sitzungen. Am einfachsten über die Anmeldung im Browser selbst, sonst als Export.
- Programme und Lizenzschlüssel. Schreiben Sie auf, was Sie tatsächlich benutzen — meist weniger, als installiert ist. Für jedes kostenpflichtige Programm brauchen Sie den Schlüssel oder die Zugangsdaten zum Konto.
- Buchhaltung und Warenwirtschaft. Diese Programme haben fast immer eine eigene Datensicherung. Nehmen Sie die, nicht das Kopieren von Ordnern — die Datenbank liegt selten dort, wo man sie vermutet.
- Drucker und Geräte, siehe Drucker im Netzwerk einrichten.
- Zwei-Faktor-Anmeldung. Der eigene Punkt weiter unten — hier wird es sonst unangenehm.
Wenn Ihre Bestätigungscodes in einer App auf dem alten Gerät liegen, kommen Sie nach dem Wechsel unter Umständen an keinen einzigen Dienst mehr heran. Übertragen Sie die App bevor das alte Gerät verschwindet, und legen Sie die Wiederherstellungscodes irgendwo ab, wo Sie ohne dieses Gerät herankommen. Dasselbe gilt für den Passwortmanager.
Drei Wege, die Daten zu übertragen
- Externe Festplatte. Der einfachste und schnellste Weg für größere Mengen. Nebeneffekt: Sie haben am Ende eine vollständige Kopie des alten Standes — die heben Sie auf, bis der neue Rechner sich bewährt hat.
- Cloud-Speicher. Praktisch bei kleineren Mengen und wenn die Daten ohnehin dort liegen. Bei vielen Gigabyte über eine normale Leitung dauert es allerdings lang, weil der Upload der Engpass ist.
- Netzwerk. Wenn beide Rechner im selben Netz hängen, geht es auch direkt. Am schnellsten über Kabel statt WLAN.
Windows bringt außerdem eine Sicherungsfunktion mit, die Einstellungen und einen Teil der Dateien über das Microsoft-Konto überträgt. Das nimmt Ihnen Arbeit ab, ersetzt aber die Liste oben nicht — Programme kommen so nicht mit.
Was Sie nicht mitnehmen sollten
Ein Rechnerwechsel ist die beste Gelegenheit, Ballast loszuwerden. Nicht mitnehmen:
- Programme, die Sie seit Jahren nicht geöffnet haben.
- Alte Sicherheitsprogramme, die Sie ohnehin ersetzen wollten. Windows bringt einen Virenschutz mit, der für die meisten genügt.
- Herstellerwerkzeuge des alten Geräts — die gehören zur alten Hardware.
- Downloads und Installationsdateien. Die laden Sie im Bedarfsfall frisch.
Ein nicht übertragenes Programm ist kein Verlust: Fällt in drei Monaten auf, dass es fehlt, installieren Sie es dann. Ein mitgeschlepptes Programm dagegen läuft drei Jahre im Hintergrund mit.
Nach dem Umzug: die Runde durch den Alltag
Arbeiten Sie am neuen Gerät einmal bewusst einen typischen Tag durch, statt zu hoffen:
- Eine E-Mail schreiben und eine empfangen — auch mit Anhang.
- Ein Dokument öffnen, ändern, speichern und drucken.
- Sich bei den Portalen anmelden, die Sie regelmäßig brauchen.
- Die Buchhaltung öffnen und prüfen, ob die Daten vollständig sind — nicht nur, ob das Programm startet.
- Prüfen, ob die Datensicherung auf dem neuen Gerät wieder eingerichtet ist. Sie ist beim Umzug nicht mitgekommen, und das fällt erst auf, wenn man sie braucht. Siehe Datensicherung.
Und der alte Rechner?
Wenn er weggegeben oder verkauft wird, gehören die Daten sicher gelöscht. Dateien in den Papierkorb zu ziehen genügt dafür nicht, und auch ein schnelles Formatieren nicht unbedingt.
Windows bringt dafür eine eigene Funktion mit: Einstellungen → System → Wiederherstellung → Diesen PC zurücksetzen, dort „Alles entfernen“ und die Option zum Bereinigen des Laufwerks wählen. Bei einem Gerät, auf dem Geschäfts- oder Kundendaten lagen, ist das die Mindestmaßnahme — und melden Sie vorher alle Konten ab, sonst bleibt das Gerät mit Ihrem Konto verknüpft.
Stand: 2026-09-22. Die Angaben habe ich zu diesem Zeitpunkt anhand der Dokumentation der jeweiligen Hersteller geprüft. Anbieter ändern Adressen, Bezeichnungen und Menüwege ohne Ankündigung; prüfen Sie im Zweifel die Angaben Ihres Anbieters. Wer an fremden Systemen arbeitet, braucht die Erlaubnis des Betreibers.