Das WLAN reicht nicht bis hinten.

Warum ein zweiter Repeater das Problem oft verschlimmert, welches Band wofür gedacht ist und in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten.

Wenn das WLAN hinten im Büro nicht ankommt, wird meistens zuerst ein Repeater gekauft. Nach meiner Erfahrung ist die Verbindung danach oft schlechter als vorher — weil ein über Funk angebundener Repeater jedes Paket zweimal übertragen muss und damit den Durchsatz auf dieser Strecke halbiert. Steht er auch noch dort, wo das Signal bereits schwach ist, verteilt er nur ein schwaches Signal weiter.

Es lohnt sich deshalb, in einer bestimmten Reihenfolge vorzugehen. Die ersten drei Schritte kosten nichts.

Zuerst: ist es überhaupt das WLAN?

Verbinden Sie ein Notebook mit einem Netzwerkkabel direkt am Router und messen Sie die Geschwindigkeit. Was dort ankommt, ist das Maximum, das Ihr Anschluss hergibt — kein Funkgerät der Welt kann mehr liefern.

  • Ist es am Kabel ebenfalls langsam, haben Sie ein Leitungs- oder Anbieterproblem, kein WLAN-Problem.
  • Ist es am Kabel schnell und im Funk langsam, lesen Sie weiter.
  • Ist es überall schnell, nur in einem Raum nicht, ist es ein Reichweitenproblem — und dafür gibt es weiter unten den richtigen Abschnitt.

Die zwei Bänder und wofür sie gedacht sind

BandReichweiteTempoTypisch
2,4 GHzgroß, kommt durch WändegeringDrucker, Sensoren, Geräte in entfernten Räumen
5 GHzklein, empfindlich gegen WändehochNotebooks, Telefone im selben Raum
6 GHznoch kleinersehr hochneue Geräte, kurze Distanz

Auf 2,4 GHz drängen sich außerdem Bluetooth, Funkkopfhörer, Babyfone und die WLANs aller Nachbarn. In einem Mehrparteienhaus ist dieses Band abends regelrecht verstopft — das ist der Hauptgrund, warum dasselbe WLAN morgens gut und abends schlecht funktioniert.

Abschalten sollten Sie 2,4 GHz trotzdem nicht. Viele Geräte im Betrieb können ausschließlich dieses Band: Drucker, Waagen, Heizungssteuerungen, ältere Telefone. Beide Bänder unter demselben Namen zu betreiben, ist in den meisten Fällen richtig — die Geräte suchen sich dann selbst das passende.

Der Kanal

Aktuelle Router suchen sich ihren Kanal selbst, aber sie tun das nicht ständig neu. Wenn das WLAN über Monate schlechter geworden ist, weil ringsum neue Netze dazugekommen sind, hilft oft schon ein Neustart des Routers: Er sucht dann neu.

Wer es genauer wissen will, sieht in der Oberfläche des Routers nach: In der FRITZ!Box steht das unter WLAN → Funkkanal im Bereich „WLAN-Umgebung“, wo sich auch die Störeinflüsse einblenden lassen. Auf 2,4 GHz überlappen sich die Kanäle, weshalb man sich an einen Satz hält, der einander nicht stört — in Europa üblicherweise 1, 5, 9 und 13, in Anleitungen aus den USA dagegen 1, 6 und 11. Auf 5 GHz ist das Problem deutlich kleiner.

Wo der Router steht

Der häufigste vermeidbare Fehler. Funk breitet sich kugelförmig aus, und jede Wand kostet. Ein Router, der im Technikschrank im Keller steht, versorgt vor allem den Keller.

  • Möglichst frei und hoch aufstellen, nicht in einen geschlossenen Schrank.
  • Nicht direkt an eine Wand aus Stahlbeton, nicht hinter einen Metallschrank, nicht neben die Heizung.
  • Abstand zu Mikrowelle, Funktelefon und großen Bildschirmen.
  • Möglichst zentral zu den Räumen, in denen tatsächlich gearbeitet wird.

Fußbodenheizungen und Trockenbauwände mit Metallständern dämpfen erheblich. In manchen Gebäuden ist ein einzelner Zugangspunkt schlicht nicht ausreichend, egal wie gut er ist.

Wenn die Reichweite nicht genügt

Dann in dieser Reihenfolge:

  1. Ein Kabel legen. Unromantisch, aber jede andere Lösung ist ein Kompromiss. Ein zweiter Zugangspunkt am Kabel liefert volle Leistung ohne Verluste.
  2. Mesh-System. Mehrere aufeinander abgestimmte Geräte unter einem Namen. Ein wanderndes Notebook wird sauber übergeben, statt sich an der schwachen Verbindung festzuhalten. Richtig gut wird es, wenn die Geräte per Kabel verbunden sind.
  3. Powerline. Daten über die Stromleitung. Funktioniert gut, wenn beide Steckdosen am selben Stromkreis hängen, und schlecht, wenn nicht. Ausprobieren, nicht darauf verlassen.
  4. Repeater. Die Notlösung für einen einzelnen toten Winkel. Wenn schon, dann auf halbem Weg aufstellen, dort wo das Signal noch gut ist — nicht dort, wo es fehlt.
Ein neuer Router ist selten die Antwort

Wenn Ihr Anschluss 100 Mbit/s liefert, ändert ein Router, der im Funk theoretisch 3.000 Mbit/s könnte, daran nichts. Neue Geräte helfen dort, wo viele Geräte gleichzeitig funken oder wo das alte Modell noch auf einem längst überholten Standard läuft. Messen Sie erst, kaufen Sie dann.

Zwei Dinge, die sicherheitshalber gesagt gehören

Nutzen Sie WPA2 oder WPA3 und ein Kennwort von mindestens 20 Zeichen — das ist die Empfehlung des BSI für WLAN-Kennwörter. Ältere Verfahren gelten als gebrochen. Und richten Sie für Besucher ein Gastnetz ein: Es gibt Internet, aber keinen Zugriff auf Drucker, Server und Netzlaufwerke. Jeder gängige Router kann das, und es ist in zwei Minuten eingerichtet.

Stand: 2026-09-22. Die Angaben habe ich zu diesem Zeitpunkt anhand der Dokumentation der jeweiligen Hersteller geprüft. Anbieter ändern Adressen, Bezeichnungen und Menüwege ohne Ankündigung; prüfen Sie im Zweifel die Angaben Ihres Anbieters. Wer an fremden Systemen arbeitet, braucht die Erlaubnis des Betreibers.

Fragen

Häufige Fragen zum WLAN

Repeater oder Mesh — was ist besser?

Ein Repeater ist die günstige Notlösung für einen einzelnen toten Winkel. Ein Mesh-System ist die richtige Lösung, wenn mehrere Räume oder Etagen versorgt werden müssen, weil die Geräte sich abstimmen und ein wanderndes Notebook sauber übergeben wird. Am besten ist in beiden Fällen ein Kabel bis zum zweiten Gerät.

Warum wird das WLAN langsamer, seit ich einen Repeater habe?

Ein Repeater, der über Funk angebunden ist, muss jedes Datenpaket zweimal übertragen: einmal vom Router zu sich, einmal von sich zum Gerät. Damit halbiert sich der Durchsatz auf dieser Strecke. Steht er dann noch zu weit weg, verteilt er nur ein schwaches Signal weiter.

Soll ich 2,4 GHz abschalten?

Nein. Viele Geräte im Betrieb — Drucker, Sensoren, ältere Handys, Heizungssteuerungen — können ausschließlich 2,4 GHz. Das Band ist langsamer, kommt aber weiter und durch mehr Wände. Beide Bänder parallel unter demselben Namen zu betreiben, ist in den meisten Haushalten und kleinen Büros richtig.

Bringt ein neuer Router mehr Geschwindigkeit?

Nur, wenn der alte tatsächlich der Engpass ist. Wenn Ihr Anschluss 50 Mbit/s liefert, ändert ein Router, der im Funk 3.000 Mbit/s könnte, daran nichts. Messen Sie zuerst am Kabel, was ankommt — danach wissen Sie, ob Sie ein Funk- oder ein Leitungsproblem haben.

Nicht weitergekommen?

Dann übernehme ich das.

Wenn das Netz weiter klemmt, sehe ich es mir an — meist per Fernwartung, sonst vor Ort im Rhein-Main-Gebiet. Beschreiben Sie in ein paar Sätzen, was nicht funktioniert — Ihre Anfrage bekommt eine Nummer und geht damit nicht unter.