„Das Internet ist weg“ heißt in der Praxis sehr Verschiedenes: ein einzelner Rechner ohne Verbindung, ein WLAN ohne Netz, ein Router ohne Leitung oder eine Störung beim Anbieter. Diese vier Fälle brauchen völlig unterschiedliche Maßnahmen — und die Hotline fragt Sie ohnehin als Erstes danach.
Die folgende Reihenfolge arbeitet sich vom eigenen Gerät nach außen vor. Jeder Schritt schließt eine Ursache aus.
1. Betrifft es alle oder nur ein Gerät?
Nehmen Sie ein zweites Gerät — ein Telefon genügt — und schalten Sie darauf das Mobilfunkdatennetz aus, damit es wirklich das WLAN benutzt.
- Nur ein Gerät betroffen: Die Leitung ist in Ordnung. Weiter bei Schritt 2.
- Alle Geräte betroffen: Überspringen Sie Schritt 2 und machen Sie bei Schritt 3 weiter.
2. Wenn nur ein Gerät betroffen ist
- Flugmodus ein- und wieder ausschalten beziehungsweise WLAN aus und an. Das löst erstaunlich viele Fälle.
- Neu starten. Nicht Ruhezustand, sondern wirklich neu starten.
- Verbindet es sich mit dem richtigen Netz? Notebooks hängen sich gern an ein Gastnetz oder einen Repeater, der keine Verbindung mehr hat.
- Steht ein VPN, ein Virenschutz oder ein Proxy im Weg? Testweise abschalten. Nach einem Update ist das eine häufige Ursache, und sie sieht wie ein Leitungsproblem aus.
- Geht eine Website, die andere nicht? Dann ist die Leitung in Ordnung und es liegt an der Namensauflösung. Tragen Sie testweise einen anderen DNS-Server ein, siehe DNS-Server ändern.
3. Der Router
Sehen Sie sich die Leuchten an, bevor Sie irgendetwas tun — sie beantworten die entscheidende Frage. Zeigt der Router eine bestehende Verbindung zum Anbieter, liegt das Problem im Haus. Blinkt oder leuchtet die Leitungsanzeige rot, ist es die Leitung.
- Öffnen Sie die Oberfläche des Routers — bei einer FRITZ!Box über
fritz.boxim Browser. Dort steht im Klartext, ob eine Verbindung besteht, und unter den Ereignissen, wann sie zuletzt abgebrochen ist. Diese Liste ist Gold wert, wenn Sie später mit dem Anbieter sprechen. - Erst dann neu starten: Stecker ziehen, eine Minute warten, wieder einstecken. Die Minute ist nicht Aberglaube — manche Anschlüsse geben die Verbindung erst nach einer Pause wieder frei.
- Kabel prüfen, besonders das zur Telefon- oder Glasfaserdose. Stecker sitzen nach einem Umräumen oft nur scheinbar.
Das ist der Schritt, nach dem aus einer Störung ein ganzer Tag Arbeit wird: Danach sind WLAN-Name, Kennwort, Telefonie, Portfreigaben und alle Einstellungen weg, und ohne die Zugangsdaten des Anbieters kommen Sie nicht wieder online. Machen Sie das erst, wenn Sie die Zugangsdaten nachweislich vorliegen haben — und besser gar nicht ohne Not.
4. Liegt es am Anbieter?
Bevor Sie sich in die Warteschleife stellen:
- Prüfen Sie die Störungsseite Ihres Anbieters über das Mobilfunknetz Ihres Telefons.
- Fragen Sie einen Nachbarn mit demselben Anbieter.
- Sehen Sie in der Ereignisliste des Routers nach, ob es kurze Abbrüche gab oder ob die Verbindung seit einem bestimmten Zeitpunkt vollständig weg ist.
Was Sie der Hotline sagen sollten
Mit diesen Angaben sparen Sie sich die ersten zehn Minuten des Standardablaufs:
- seit wann genau die Störung besteht;
- ob alle Geräte betroffen sind oder nur eines;
- welche Leuchten am Router wie leuchten;
- dass Sie den Router bereits vom Strom getrennt haben;
- was in der Ereignisliste des Routers steht.
Vorher vorsorgen
Zwei Dinge, die im Ernstfall den Unterschied machen und die man nur einmal erledigen muss:
- Die Zugangsdaten des Anbieters und das Kennwort der Router-Oberfläche griffbereit haben — auf Papier oder in einem Passwortmanager, der auch ohne Internet erreichbar ist. Sie liegen erfahrungsgemäß in einer E-Mail, an die man gerade nicht herankommt.
- Einen Ersatzweg klären. Für einen Betrieb, der ohne Netz stillsteht, ist die Mobilfunkverbindung eines Telefons als Ersatz-Zugang keine Notlösung, sondern Vorsorge. Probieren Sie einmal in Ruhe aus, ob die wichtigsten Arbeiten darüber laufen — nicht erst an dem Tag, an dem es darauf ankommt.
Stand: 2026-09-22. Die Angaben habe ich zu diesem Zeitpunkt anhand der Dokumentation der jeweiligen Hersteller geprüft. Anbieter ändern Adressen, Bezeichnungen und Menüwege ohne Ankündigung; prüfen Sie im Zweifel die Angaben Ihres Anbieters. Wer an fremden Systemen arbeitet, braucht die Erlaubnis des Betreibers.